Marktratssitzung vom 08.11.2022

In Mantel wird ein neues Pfarr- und Jugendheim gebaut

Der Neubau eines katholischen Pfarr- und Jugendheims stößt in Mantel nicht bei jedem auf Gegenliebe. Vor allem die SPD äußert in der Sitzung des Marktrats Bedenken. Wie entscheidet das Gremium?

Wo jetzt noch viele Autos parken, wird bald ein neues modernes Pfarr- und Jugendheim mit Pfarrbüro entstehen. Der Marktgemeinderat erteilt der katholischen Kirchenstiftung mehrheitlich einen positiven Vorbescheid (Bild: sei).

(sei) Im Marktgemeinderat Mantel ging es um den Neubau eines katholischen Pfarr- und Jugendheimes mit Pfarrbüro. Entsprechend groß war mit knapp 40 Personen die Zuhörerzahl, darunter auch die Mitglieder des Pfarrgemeinderates und Pfarrer Thomas Kohlhepp. Das Projekt hatte der Ortsgeistliche in einer Info-Veranstaltung in der Mehrzweckhalle vorab schon vorgestellt. Dabei war darauf hingewiesen worden, dass das Pfarrbüro im alten Wohnhaus des Pfarrers auch dann wegfalle, wenn es den Neubau in Mantel nicht gibt. Dann werde es nur noch ein Pfarrbüro in Neunkirchen geben.

Nicht alle Bürger sind mit dem Bau an der Weinstraße 5 einverstanden. Dies kam bei der Bürgerversammlung bereits zur Sprache. Das Architekturbüro Lehner, das die Städtebauförderung in Mantel begleitet, hat eine Stellungnahme abgegeben. Das Pfarrheim wäre ein städtebaulicher Sonderbau und in Zusammenhang mit der Kirche als Ensemble zu betrachten. „Das Vorhaben hält sich an den vorhandenen Rahmen. Es stellt eine Vermittlung zwischen dem Kirchenbau und der umgebenden Bebauung dar“, so das Gutachten. Laut Architekt kann dem Vorhaben zugestimmt werden.

Auf drei Seiten gibt es eine Grenzbebauung. Daniela Fuhrmann (SPD) bemerkte, ihre Fraktion habe da „Bauchschmerzen“. In der Mehrzweckhalle und später auch noch in der „Post“, dem neuen Bürgerhaus, gibt es genügend Begegnungsstätten, auch für Senioren, Jugendliche oder Ministranten. Nach Auffassung der SPD prägt der alte Pfarrhof an der Weidener Straße das Ortsbild, und auch die Minigolfanlage liege vielen Mantelern am Herzen. Das würde dann alles wegfallen. Auch die Zahl der Parkplätze waren der SPD zu wenig.

Stefan Lippik (FWG) bezeichnete den Neubau der katholischen Kirchenstiftung als modernes Gebäude und signalisierte die Zustimmung der FWG. Dritter Bürgermeister Johann Gurdan (CSU) bemerkte, dass die vorgeschriebenen Parkplätze geschaffen werden. Zweiter Bürgermeister Siegfried Janner (CSU) meinte, er verstehe, dass auch die Kirche ein Wirtschaftsunternehmen sei und wirtschaftlich handeln müsse. Er finde es nur schade, dass das Gebäude in einer Seitenstraße untergehe. Und mit der Parksituation war auch Janner nicht zufrieden. Bürgermeister Richard Kammerer wies darauf hin, dass die Gemeinde bestrebt sei, Leerstände und Lücken zu füllen, und merkte an, dass laut Architekt Lehner das Gebäude da gut reinpasse. Gegen die drei Stimmen der SPD-Fraktion erhielt die katholische Kirchenstiftung dann einen positiven Vorbescheid.

2G Architekten erhalten Zuschlag für Sanierung der Mehrzweckhalle Mantel

Sebastian Grundler und Marion Braun vom Architekturbüro stellen ihren Entwurf für die Sanierung der Mehrzweckhalle vor - den achten. Entstehen soll ein flexibles Gebäude mit vielen Möglichkeiten der Nutzung.

Marion Braun und Sebastian Grundler von 2G Architekten stellen die neue Ansicht und den Grundriss für die Sanierung der Mehrzweckhalle vor (Bild: 2G Architekten).

(sei) In der letzten Sitzung des Marktgemeinderates stellten Architekt Sebastian Grundler und seine Kollegin Marion Braun von 2G Architekten nun den endgültigen Entwurf für die Sanierung der Mehrzweckhalle vor. Dieser entstand unter Mitwirkung einer Arbeitsgruppe. Das Foyer wurde verbessert. „Ziel ist es, ein flexibles Gebäude mit vielen Nutzungsmöglichkeiten als Zentrum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen“, erklärten die Architekten.

Bauteil eins ist die Turnhalle mit Nebenräumen. Zugang ist über den Haupteingang vom Parkplatz aus. Die Turnhalle mit Nebenräumen wird energetisch saniert. Das Foyer wird eine Fläche von 100 Quadratmetern haben. Im rückwärtigen Bereich ist eine Ausgabeküche angegliedert, mit Anliefermöglichkeit vom hinteren Hof aus. Das Foyer ist durch eine Faltwand mit der Turnhalle verbunden. „Es gibt dann noch einen Eingangsbereich mit Windfang, Zugang zu den WC-Anlagen und Garderobe und einen überdachten Freibereich.“ Ohne Außenanlagen sei mit Kosten von 3,3 Millionen Euro zu rechnen. Die Förderung sei aufgeteilt in 90 Prozent Zuschuss für Bauteil eins, die Turnhalle. Hier greife das Sportstättenförderprogramm. Für den Bauteil zwei gebe es 60 Prozent Zuschuss von der Städtebauförderung. Grob 1,1 Millionen Euro muss der Markt Mantel aufbringen.

Wie Bürgermeister Richard Kammerer ausführte, sei dies nun die achte Variante. „Wir haben alle Möglichkeiten ausgelotet und mit den Bürgern eine Lösung ausgearbeitet, mit der der Marktgemeinderat und auch die Regierung der Oberpfalz einverstanden ist.“ Marktgemeinderat Siegfried Janner (CSU) lobte alle für die Umsetzung. „Mit diesem Konzept können wir gut leben.“ Einstimmig bekam das Architekturbüro 2G den Planungsauftrag.

Feuerwehr Mantel kann sich bald über neues Fahrzeug freuen

Noch wird es einige Zeit dauern bis sich die Feuerwehrler in Mantel über ihr neues Löschfahrzeug und einen Gerätewagen freuen können, doch der Gemeinderat gibt grünes Licht.

Die Feuerwehr Mantel soll bald ein neues Löschfahrzeug bekommen (Archiv-/Symbolbild: jma).

(sei) In der vergangenen Sitzung des Marktgemeinderats Mantel gab es unter anderem gute Neuigkeiten für die Feuerwehr. Da es derzeit 5.100 Euro Förderung für eine Tragkraftspritze gibt und die Pumpe der Feuerwehr in schlechtem Zustand ist, wurde dem Antrag der Feuerwehr auf Beschaffung der Spritze zugestimmt. Aufgrund der Schutzbereichsanalyse für den Markt Mantel steht außerdem die Ersatzbeschaffung eines mittleren Löschfahrzeuges und eines Gerätewagens an.

Die Kosten werden für das Löschfahrzeug auf 325.000 Euro bis 375.000 Euro geschätzt und für den Gerätewagen inklusive Rollcontainer auf 200.000 bis 240.000 Euro. Wie Sitzungsleiter Kammerer ausführte, dauert es aber sicher noch drei bis vier Jahre bis das Fahrzeug da ist. Es müssten erst Fördergelder beantragt werden und eine Ausschreibung stattfinden. Das Gremium stimmte der Anschaffung zu. Für die Ausschreibung soll das Ausschreibungsbüro Dittmann beauftragt werden.

Bauanträge

Etwas Diskussion gab es im Marktgemeinderat um den Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage. Zunächst hatte es aus städtebaulicher Sicht einige Zweifel gegeben, aber nach Planänderungen riet das Architekturbüro Lehner nun dazu, das Einverständnis zu erteilen. Bürgermeister Richard Kammerer erklärte, dass der Markt ja bestrebt sei, Baulücken zu schließen. Einstimmig erging dann die Genehmigung. Auch einen weiteren Bauantrag winkte das Gremium durch.

Vergaben

Die Planung der Freianlagen bei der Mehrzweckhalle erledigen Rembold Landschaftsarchitekten für 61.299,11 Euro. Gegen den Sonderbetriebsplan für die Verfüllung von Teilflächen mit Fremdmaterial damit Flächen für eine Aufforstung im Tagebau „Grub-Steinfels“ entstehen, wurden keine Einwände erhoben. Die Firma Gala Bau Mantel erhielt einen positiven Vorbescheid für einen Unterstell- und Lagerplatz.

Termine und mehr

Bürgermeister Kammerer teilte noch mit, dass der schlechte Radweg neben dem Fußballplatz instandgesetzt wird. Ende November wird der Weihnachtsbaum und auch die Krippe am Marktplatz aufgestellt. Um Energie zu sparen, wird die Beleuchtung nur am Abend von 16 bis 21 Uhr eingeschaltet. Der neue Kommunaltraktur wird angeliefert. Die Dezembersitzung findet am Dienstag, 20. Dezember, schon um 18 Uhr statt.

CSU-Rat Siegfried Janner fragte nach der Sanierung der Hubertusstraße, diese wird nächstes Jahr saniert wenn das Glasfaserkabel verlegt ist. Daniela Fuhrmann von der SPD möchte Informationen über den Verein Sega veröffentlicht haben. Außerdem gratulierte dritter Bürgermeister Johann Gurdan Siegfried Janner, der den Mittelstandspreis erhalten hat.

Quelle: Der Neue Tag